Summer Dream von Cica Ghost – wenn Second Life plötzlich aus Wolle besteht
Es gibt Sims in Second Life, auf die teleportiert man sich, schaut einmal nach links, einmal nach rechts und denkt: „Ja… ganz nett.“ Und dann gibt es Sims von Cica Ghost. Da landet man, wartet kurz darauf, dass Second Life sich entscheidet, auch wirklich alles zu rezzen, und plötzlich steht man mitten in einer Welt, bei der man sich fragt: Hat hier jemand die komplette Sim gestrickt?
Willkommen bei Summer Dream.
Und ja – genau so fühlt es sich an.
Bäume? Gestrickt.
Hügel? Gestrickt.
Häuser? Sehen gestrickt aus.
Wasser?Natürlich auch irgendwie gestrickt.
Ich musste tatsächlich erstmal einen Moment stehen bleiben und mir das Ganze anschauen. Nicht, weil mein Avatar wieder irgendwo festhing. Sondern weil diese Sim einfach sofort dieses typische Cica-Ghost-Gefühl auslöst: „Okay… das ist schräg. Aber ich liebe es.“
LM: https://maps.secondlife.com/secondlife/Mysterious%20Isle/119/71/23

Ein Sommertraum mit sehr viel Wolle
Summer Dream wirkt ein bisschen so, als hätte jemand ein Kinderbuch, einen Wollkorb und eine ordentliche Portion Fantasie genommen und alles zusammen in Second Life ausgeschüttet. Das Ergebnis ist bunt, verspielt, gemütlich und herrlich anders. Die Landschaft wirkt weich und fast ein bisschen kuschelig. Also zumindest optisch. Ich würde trotzdem nicht empfehlen, sich mit dem Avatar auf den Boden zu werfen und zu testen, ob virtuelle Wolle kratzt. Man weiß ja nie.
Überall gibt es kleine Details zu entdecken. Blumen, Pilze, Hügel, Bäume und kleine Häuser, die teilweise hoch oben zwischen den Ästen sitzen. Und natürlich passiert genau das, was auf guten Sims immer passiert: Man möchte eigentlich nur einmal kurz schauen. Dann sieht man dort hinten noch etwas. Dann geht man noch um die Ecke. Dann entdeckt man wieder irgendein Tier.
Und plötzlich denkt man: „Moment… wie lange bin ich eigentlich schon hier?“ Second Life Zeitmanagement. Funktioniert hervorragend.

Tiere gibt es natürlich auch
Eine Cica-Ghost-Welt ohne ungewöhnliche Bewohner wäre irgendwie auch nur halb so schön. In Summer Dream trifft man unter anderem auf Kühe, Enten, Rehe und Tauben. Und dann wäre da noch ein Bär. Der sitzt einfach gemütlich am Wasser und angelt. Warum? Weil er ein Bär ist. Und weil das Second Life ist. In der realen Welt würde ich vermutlich ziemlich schnell die Richtung wechseln, wenn irgendwo ein Bär neben mir am See sitzt.

In Second Life? Kamera raus. Foto machen. Vielleicht noch danebenstellen. Vielleicht noch überlegen, ob man sich für das Bild umziehen sollte. Ganz normal also. Die Enten gefallen mir übrigens besonders gut. Die passen perfekt in diese ganze Wollwelt und sehen aus, als hätte Oma sie am Sonntagnachmittag gehäkelt. Nur eben mit deutlich mehr Land Impact.

Bitte nicht sofort am Himmel herumdrehen
Ein kleiner Tipp für euren Besuch: Lasst die Umgebungseinstellungen der Region erstmal so, wie sie vorgesehen sind.
Ich weiß. Das ist schwer. Wir Second-Life-Leute haben nämlich einen eingebauten Reflex. Sim betreten. Zwei Sekunden schauen. Und dann: „Moment, ich mach mal anderes Licht.“
Nein. Nicht sofort.
Die Stimmung gehört bei Summer Dream einfach dazu.
Das Licht, die Farben und die ganze Atmosphäre passen wunderbar zusammen.
Ihr könnt später immer noch mit EEP herumspielen und euren Avatar in dramatisches Abendlicht stellen, als würde gleich ein Netflix-Trailer beginnen. Aber erstmal anschauen, wie es gedacht ist. Es lohnt sich.

Baumhäuser für Menschen mit Höhenangst
Besonders schön finde ich die kleinen Häuser in den Bäumen. Wobei „Baumhaus“ hier nicht bedeutet: Drei Bretter, eine Leiter und Papa flucht unten, weil eine Schraube fehlt. Nein. Die Häuser gehören richtig zur Landschaft und sehen aus, als wären sie einfach dort oben gewachsen. Oder gestrickt worden. Bei dieser Sim halte ich inzwischen beides für möglich.
Überhaupt hat Summer Dream etwas angenehm Ruhiges. Man kann einfach herumspazieren, sich irgendwo hinstellen und schauen. Kein riesiges Spektakel. Keine blinkenden Schilder. Kein „JOIN GROUP FOR GIFT!!!“ direkt vor der Nase. Einfach Landschaft. Tiere. Kleine Überraschungen. Und ein Bär beim Angeln. Mehr braucht man manchmal gar nicht.

Und irgendwo macht ein Tier Geräusche…
Was ich besonders witzig fand: Auf der Sim gibt es wohl auch eine kleine akustische Überraschung. Eines der Tiere macht ein Geräusch, wenn man ihm nahe genug kommt. Welches? Verrate ich nicht. Ich musste schließlich auch suchen. Und außerdem finde ich die Vorstellung viel lustiger, dass jetzt Leute durch die Sim laufen und jedes Tier aus nächster Nähe anstarren.
Natürlich kann man auch etwas kaufen
Und weil wir hier immer noch in Second Life sind, gibt es natürlich auch die Möglichkeit, einige Dinge aus dieser Welt zu kaufen. Das ist gefährlich. Sehr gefährlich. Denn jeder kennt diesen Satz: „Ich gucke nur mal.“
Das ist in Second Life ungefähr genauso glaubwürdig wie: „Ich bleibe heute nur eine halbe Stunde online.“
Fünf Minuten später verändert sich der Linden-Dollar-Kontostand und man fragt sich, wo das jetzt schon wieder herkam.
Aber einige Elemente aus dieser gestrickten Welt würden sich tatsächlich wunderbar auf einem eigenen Grundstück machen.
Nur bitte nicht am Ende die ganze Sim nachbauen. Das könnte auffallen.

Summer Dream erinnert ein bisschen an Kindheit
Was mir an der Sim besonders gut gefällt, ist dieses Gefühl von einem endlosen Sommertag. Einfach draußen sein. Herumlaufen. Entdecken. Nicht ständig irgendwo hin müssen. Keine Termine. Keine Rechnungen. Keine E-Mail mit dem Betreff: „Kurze Rückfrage.“ Denn wir wissen alle: Eine „kurze Rückfrage“ ist niemals kurz.
Summer Dream hat dagegen etwas angenehm Leichtes. Ein bisschen Kindheit. Ein bisschen Fantasie. Ein bisschen Märchenwelt.
Und sehr viel: „Ach, guck mal wie süß!“
Ich habe diesen Satz während des Besuchs vermutlich öfter gedacht, als ich zugeben möchte.

Typisch Cica Ghost
Wer schon andere Sims und Installationen von Cica Ghost gesehen hat, erkennt ihre Handschrift eigentlich sofort. Ihre Welten sind selten normal. Und das meine ich ausdrücklich positiv. Oft gibt es Figuren, Tiere oder Landschaften, die aussehen, als wären sie direkt aus einem leicht verrückten Bilderbuch gefallen. Manchmal riesig. Manchmal schräg. Manchmal ein bisschen melancholisch. Und manchmal einfach nur wunderbar niedlich. Summer Dream gehört für mich eindeutig zur gemütlicheren Sorte. Man läuft herum und erwartet fast, dass irgendwo noch ein gestrickter Kaffeebecher auftaucht. Was übrigens gar keine schlechte Idee wäre.
Cica, falls du das liest: Kaffee fehlt noch.
Fotomotiv? Absolut.
Wer gerne in Second Life fotografiert, sollte definitiv die Kamera mitnehmen. Okay – Die Kamera hat man sowieso dabei.
Ihr wisst, was ich meine. Die Sim bietet unglaublich viele kleine Motive.
Die Tiere. Die Häuser. Die Landschaft. Die ungewöhnlichen Texturen. Und natürlich euren Avatar mittendrin. Man sollte allerdings genug Zeit einplanen. Denn aus: „Ich mache schnell ein Foto.“ wird in Second Life bekanntlich sehr schnell:
43 Fotos.
17 Kamerawinkel.
6 EEP-Einstellungen.
3 Outfitwechsel.
Und am Ende nimmt man Bild Nummer zwei. Wie immer.

Mein Fazit zu Summer Dream
Summer Dream von Cica Ghost ist genau so eine Sim, wegen der ich Second Life immer noch liebe. Sie muss nicht riesig, laut oder spektakulär sein. Sie zieht einen einfach durch ihre Idee hinein. Diese gestrickte Welt ist lustig, warm, verspielt und ein bisschen verrückt. Man spaziert herum, entdeckt kleine Details und vergisst dabei ziemlich schnell, dass man eigentlich vor einem Bildschirm sitzt. Und genau das macht für mich eine gute Sim aus. Wenn ihr also Lust auf eine kleine Auszeit habt, nehmt euch ein bisschen Zeit und schaut euch Summer Dream an. Nicht nur schnell drüber fliegen. Laufen. Entdecken. Fotos machen.
Den Bären besuchen. Das Geräusch suchen. Und wahrscheinlich irgendwann feststellen: Mist. Ich wollte doch nur kurz in Second Life.
Tja. Passiert den Besten.
Besuchsinfos
Summer Dream – Cica Ghost Die Installation befindet sich auf Mysterious Isle und wurde im August 2026 eröffnet.
Mein Tipp: Shared Environment aktivieren, ein bisschen Zeit mitbringen und nicht alles nur aus der Vogelperspektive anschauen. Denn die kleinen Details sind hier eigentlich das Schönste. Und falls ihr einen angelnden Bären findet: Grüßt ihn von mir. Vielleicht beißt ja diesmal ein Fisch an.

